Kreuzungen des Kirschlorbeers

Wer sich eine schöne Kirschlorbeerhecke wünscht, wird schnell entdecken, dass es eine große Sortenvielfalt gibt, die oftmals gekreuzt wurde. Das gilt zum Beispiel für einzelne Sorten, wie der portugiesische Kirschlorbeer (Prunus lusitanica „Angustifolia“) oder Kirschlorbeer „Rotundifolia“ (Prunus laurocerasus „Rotundifolia“). Es ist nämlich so, dass die heutigen Kirschlorbeersorten sich alle, aufgrund eines langfristigen Prozesses von Vermehrung und gezielten Kreuzungen, zu einer gewünschten Sorte entwickelt haben. Die unterschiedlichen Kirschlorbeerhecken sind also alle einmal durch eine Kreuzung entstanden.

rotundifolia

Großblättriger Kirschlorbeer

caucasica

Kirschlorbeer ‘Caucasica’

herbergii

Kirschlorbeer Herbergii

novita

Kirschlorbeer Novita

Weshalb kreuzt man Pflanzen? </h2

Der Kirschlorbeer – auch Lorbeerkirsche genannt – ist eine Pflanzenart aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Man sollte ihn deswegen nicht mit dem Gewürz „Lorbeer“ verwechseln. Der Kirschlorbeer wird oft gekreuzt, da man somit die guten Eigenschaften einer Pflanze behält und die schlechteren Eigenschaften (in den Hintergrund) verschwinden. Man kann zum Beispiel entdecken, dass der Kirschlorbeer „Novita“ (Prunus laurocerasus „Novita“) eine verbesserte Variante des großblättrigen Kirschlorbeers (Kirschlorbeer „Rotunfifolia“) ist. Der Kirschlorbeer „Novita“ ist stärker und weniger anfällig für Krankheiten. Kirschlorbeersorten werden auch aufgrund der Blüten, der Blattform oder aufgrund von anderen Aspekten gekreuzt. Man versucht somit eine bestimmte Diversität an Kirschlorbeeren zu kreieren.

Im Agrarsektor werden Kreuzungen übrigens schon länger angewendet, damit Gewächse oder Pflanzen von besserer Qualität sind und robuster oder stärker werden. Man benutzte zum Beispiel die Samenkörner der Pflanze und achtete ausschließlich auf bedeutende, äußere Merkmale. Durch natürliche Selektion entstand also eine breite Sortenvielfalt mit Erhaltung der wichtigen genetischen Eigenschaften der Pflanze. Man nennt diesen Prozess im Ackerbau auch „Landrassen“ oder „Landsorten“.

Im 19. Jahrhundert sorgte die Wissenschaft dafür, dass die Kreuzung von Pflanzen beschleunigt wurde. 1880 wusste man zum Beispiel schon besser, wie die genetische Weitergabe von Pflanzen funktionierte, wodurch man viel präziser herangehen konnte. Heutzutage hat sich dieser Prozess sogar so weit entwickelt, dass man aufgrund von Gentechnologie ein spezifisches, hochwertiges Gen an die DNA der Pflanze hinzufügen kann.

Die Kirschlorbeerhecke – eine erfolgreich gekreuzte Heckenpflanze

Der immergrüne Kirschlorbeer ist im Grunde genommen eine Verwandte von Pflaumen und Kirschen. Er ist eine immergrüne Heckenpflanze, die es ursprünglich nur wild gab. Er wuchs also frei und ohne Begrenzungen in der Natur. Doch wie Sie nun wissen, wurde der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) immer wieder gekreuzt und selektiert, wodurch eine große Vielfalt an Sorten entstand. Hierdurch haben Sie eine breite Auswahl an spezifischen Kirschlorbeersorten, wobei bestimmt etwas Passendes dazwischen sein sollte. Achten Sie einmal auf Ihre Umgebung, denn man sieht den Kirschlorbeer sehr oft als Heckenpflanze in Gärten oder Parks. Zu den bekannten Kirschlorbeersorten gehören zum Beispiel der großblättrige Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus „Rotundifolia“), der breitwüchsige Kirschlorbeer (Prunis laurocerasus „Otto Luyken“), oder der schmallblättrige Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus „Caucasica“). Alle Kirschlorbeerhecken haben eine hohe Winterhärte und sind relativ frosthart.